Die Baby-Holocaust-Gedenkstätte

   Noch bevor die Idee eines "Lebenschutzmuseums" verwirklicht werden konnte und Räumlichkeiten dafür vorhanden waren gab es bereits das Konzept des "Lebenschutz- und Baby-Holocaust-Museums", wie es auch im Buch "Lebensdämmerung", das sich als Publikation dieses Museums verstand, auf Seite 4 zu ersehen ist. Auf Anraten von Pfarrer MMag. Andreas Hornig, der am 13. 1. 2001 die Tötungsstätte in der alten Mairo-Klinik besuchte, eine kurze Sühneandacht hielt und von der Idee der Errichtung einer Sühne-Stätte in diesen Räumlichkeiten tief ergriffen war (s. Ld, S. 218), wurde die Bezeichnung "Museum" dann nur mehr für für das "Lebensschutz-Museum" verwendet, während die ursprünglich auch für die Dokumentation desBaby-Holocaust verwendete Bezeichnung -"Museum" durch "Baby-Holocaust-Gedenkstätte " ersetzt wurde, um den Sühne-Charakter dieser Gedenkstätte hervorzuheben und den Eindruck zu vermeiden, dass es sich hier vorwiegend um eine zur Schau Stellung zerstückelter Baby-Leichen handelt.

   Diese Bezeichnung, die auch bereits für das erste Museum in der Großen Sperlgasse verwendet wurde, wird weiterhin in modifizierter Form beibehalten, indem die Bezeichnung "Baby-Holocaust-Gedenkstätte" dem Namen "1. Europäisches Lebensschutz-Museum" beigefügt wird. Die selige Schwester Maria Restituta Kafka, die ihr Leben im Widerstand gegen das NS-Regime für den Glauben opferte und als Blutzeugin unter dem Fallbeil starb, bleibt weiterhin die Patronin des Museums, wenn sie auch für den Standort im Waldviertel nicht die gleiche Bedeutung hat, wie in Wien, wo sie gewirkt und das Martyrium erlitten hat.

   Was die Bezeichnung "Baby-Holocaust" für die Massentötung der ungeborenen Kinder betrifft, so folgt dieser Begriff der Diktion des großen Papstes Johannes Paul II, der diesen Ausdruck gebrauchte. In seinem Brief im Frühjahr 1988 an die nordamerikanischen Bischöfe schrieb er z.B.: "er werde sich nicht mit dem immer noch andauernden Holocaust des ungeborenen Lebens abfinden" (zit. nach "Der 13." 9/2000, S. 20, s. Ld, S. 205). Auch in seinem Buch "Erinnerung und Identität" weist er auf die Ähnlichkeit von NS-Holocaust und Massentötung durch Abtreibung hin.

    Wie die angesehene Zeitung "Die Welt" in einem Artikel vom 27. 1. 2005 darlegt, sei der Begriff " Holokaust" nicht erst seit dem Völkermord an den Juden im 2. Weltkrieg aufgekommen, sondern erstmals beim armenischen Genocid um 1910. Die ENZYKLOPAEDIA BRITANNICA verzeichne diese Bedeutung schon 1911/12, später seien dann auch kleinere Übergriffe und Pogrome auf Juden im Heiligen Land von jüdischer Seite mit "holocaust" bezeichnet worden.

    Der Begriff "Holokaust" oder in seiner latinisierten Schreibweise "Holocaust" wurde somit bereits für frühere Völkermorde verwendet und wird auch für Genocide neueren Datums angewandt.  Die Verwendung dieser Bezeichnung für den weltweiten Abtreibungs-Massenmord drängt sich deshalb auf, weil die aus dem Griechischen stammende Wortbedeutung "vollständiges Brandopfer" besonders auf die Verbrennung der sterblichen Überreste dieser ungeborenen Kinder in den Sondermüll-Verbrennungsanlagen  zutrifft.

    Keineswegs soll damit der NS-Völkermord an den Juden, die "Shoa", wie der hebräische Ausdruck ("Katastrophe", "großes Unglück") diesen authentisch und unbestreitbar genuin in der eigenen Sprache bezeichnet, verniedlicht, relativiert oder gar verhöhnt werden, wie dies linksradikale Abtreibungsbefürworter Glauben machen wollen, sondern durch die Verwendung dieser Bezeichnung sollen die Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen dem NS-Holocaust und dem Baby-Holocaust, speziell in Österreich, aufgezeigt werden, wie dies auch ausführlich auf den Seiten 20 bis 24 im Buch "Lebensdämmerung" geschehen ist.

   Ich kann hier nur die Vertreter jüdischer Organisationen, die an der Bezeichnung "Baby-Holocaust" Anstoß nehmen könnten, bitten, diese Bezeichnung, deren engere Bedeutung als Synonym für die "Shoa" unbestritten ist, im weiteren Sinne auch für die Massentötung der ungeborenen Kinder zuzulassen. An den etwa 1.500 Eintragungen im Internet unter dem Stichwort "Baby-Holocaust", davon viele aus dem US-amerikanischen Bereich, ist erkennbar wie weit dieser Begriff bereits im internationalen Sprachgebrauch Fuß gefasst hat. 

    Der Begriff "Baby-Holocaust" intendiert aus meiner Sicht daher in keiner Weise, der Bezeichnung "Holocaust" im engeren Sinne, der "Shoa" in irgendeiner Weise Abbruch zu tun, sondern soll, im Gegenteil, die Erinnerung an den "Holocaust" im engeren Sinne, in welchen viele Deutsche und Österreicher verstrickt waren, wach halten, jedoch gleichzeitig daran erinnern, dass der NS-Holocaust in einem ähnlichen Holocaust, dem der ungeborenen Babys, seine Fortsetzung findet. 

   Dieser "Baby-Holocaust " wird heute in ähnlicher Weise von der Gesellschaft verdrängt, wie dies beim "Holocaust" an den Juden in den Nachkriegsjahrzehnten in Österreich und Deutschland der Fall war, wo das Schuldbekenntnis weitgehend unterblieb und daher auch keine Heilung erfolgen konnte. Dieser Verdrängung soll durch die Verwendung des gemeinsamen Oberbegriffes "Holocaust" für den Massenmord an den Juden und den ungeborenen Kindern entgegengewirkt  werden. Einerseits soll dadurch die Erinnerung an den NS-Holocaust lebendig gehalten, andererseits auf den gegenwärtig stattfindenden Holocaust der ungeborenen Kinder hingewiesen werden.

   Es gibt eine unteilbare Verantwortung der Menschheit für das Leben jedes einzelnen Menschen. Es wäre unsolidarisch, nur gegen den Genozid an bestimmten Menschen aufzutreten, bei Massentötungen anderer Menschen jedoch zu schweigen. Zweifellos stellt der weltweite Massenmord an den ungeborenen Kindern ein Verbrechen dar, das der Zahl nach, alle bisherigen Tötungs-Verbrechen in der Geschichteder Menschheit in den Schatten stellt. Mit jährlich etwa 60 Millionen  Abtreibungen läßt diese Massenabschlachtung  der ungeborenen Kinder alle bisherigen Opferzahlen von Kriegen und innerstaatlichen "Säuberungen"  weit zurück.

     Es ist daher, um der historischen Wahrheit willen, geboten, diese gegenwärtige Massenvernichtung ungeborener Kinder den früheren Massenvernichtungen von Menschen, sei es durch das NS-Regime oder die KP-Diktaturen, gegenüberzustellen. Unbestritten bleibt dabei, dass der  NS-Massenmord an den Juden in einer besonderen, vorgeplanten Weise fabriksmäßig organisiert war und infolge des NS-Rassenwahns auf die Vernichtung der Juden als "Rasse"gezielt war.  Die stalinistischen "Säuberungen" durch Genickschüsse oder das Erschlagen der Brillenträger durch das Pol-Pot-Regime infolge des KP-Klassenwahns waren zwar weniger bürokratisch und industriell durchorgasnisiert, wie die NS-Verbrechen, doch werden die Opferzahlen  auf über 100 Millionen Tote, somit ein Vielfaches des NS-Holocaust geschätzt. An diese historischen Massentötungen reiht sich die, seit den 70er-Jahren erfolgte Massentötung der ungeborenen Kinder, deren treibende ideologische Kraft der feministische Selbstbestimmungswahn ist.  Auch dieser Wahn wird, eines hoffentlich nicht allzufernen Tages, als ideologische Verirrung erkannt werden, in welcher sich ein Geschöpf über ein anderes erhebt und ihm das Lebensrecht abspricht.

   Auch diese Art der Massenvernichtung ungewollter Menschen setzt  eine Dehumanisierungs- und Tötungsideologie voraus, die das ungebore Kind als "Zellklumpen", "Schwangerschaftsgewebe", "Geschwür", "Parasit" oder  Gegenstand der "Sexualmedizin" bezeichnet. Die Gesellschaft wird vor der physischer Vernichtung des ungeborenen Kindes in dieser Weise psychisch auf diese  eingestimmt wird, ähnlich wie dies  in der NS-Propaganda der Fall war, wo missliebige Menschen als "Ratten", Parasiten" und "Volksschädlinge" bezeichnet wurden. Auf den vielschichtigen kollektiven Verdrängungsprozess wird näher im Buch "Lebensdämmerung" eingegangen.